Biografie von Ulrich Pleitgen

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9. August 2018 von ibohnet

ulrich-pleitgen-cover-hardcover-online-e1533834762926.pngIm Februar 2018 ist Ulrich Pleitgen überraschend gestorben. Nun liegt seine Autobiografie vor, die wir zusammen geschrieben haben …

Ulrich Pleitgen – Ganz oder gar nicht! Aus dem Leben eines Überzeugungstäters. Die nachgelassene Autobiografie, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2018, ISBN 978-3862657117 (seit 1. Oktober im Buchhandel)

Mein Stiefvater Ulrich Pleitgen war einer der vielseitigsten Darsteller der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. In der Zeit vom Sommer 2016 bis Mitte 2017 führte ich mit ihm in dichter Folge sehr persönliche Gespräche, die Grundlage für seine Biografie sein sollten. Ulrich hatte inzwischen gelernt zu akzeptieren, dass er die letzte seiner drei Lebensphasen durchlief. »Ich bin ein alter Kerl«, hatte er mir gleich zu Beginn der Gespräche gesagt, »ich weiß nicht, wie viel Zeit mir noch bleibt.« Die Arbeit an seiner Biografie war für ihn ein Vehikel, zu den Anfängen seines Schauspielerlebens zurückzukehren. Bis dahin hatte ihm seine persönliche Vergangenheit nicht viel bedeutet. »An der Vergangenheit zu hängen, birgt die Gefahr, das Heute nicht mehr wahrzunehmen, vor dem Heute Angst zu bekommen und sich in der Sicherheit des Gestrigen zu wiegen, in einer Art seelischem Biedermeier.« Er sehnte sich nach der Zeit seiner schauspielerischen Jugend und der experimentellen Kunstversuche am Theater zu Beginn seiner Karriere zurück. »Ich möchte wieder zu dieser Reinheit und Wahrhaftigkeit zurück, zum Ursprung. Ich fände es schön, wenn wir auf eine komische Weise in dem Buch zeigen könnten, dass ich plötzlich im Alter diese Rückkehr zu meinem künstlerischen Anfang will.« Auch wenn es ihm nicht mehr richtig vergönnt war, schauspielerisch zum Ausgangspunkt seiner Karriere zurückzukehren, hat er das posthum mit dieser Autobiografie getan.

Die Autobiografie basiert weitestgehend auf den Interviews, die ich mit meinem Stiefvater in der Zeit von Sommer 2016 bis 2017 geführt habe – ganz real (im Gegensatz zu dem fiktiven Zwiegespräch mit Nikola Rührmann, siehe die vorangegangenen Blogbeiträge). Dabei sind vierzig Stunden Interviewmaterial zusammengekommen, das im Anschluss der Aufnahmen akribisch transkribiert und redigiert werden musste.

Nicht alles hat am Ende Eingang in das Buch gefunden; insbesondere die Gesprächsteile, die weniger biografisch orientiert waren, sondern ganz allgemein Metathemen wie Schauspiel, Film, Kunst und Politik berührten, habe ich in der Biografie nicht oder nur teilweise berücksichtigt.

Erst später fiel mir auf, dass es schade wäre, diese Gesprächsteile nicht auch zu veröffentlichen. Zumal Ulrich Pleitgen in diesen Gesprächen über die Metathemen indirekt auch über sich berichtet – was das Schauspielen anbetrifft sogar sehr konkret.

Deshalb werden nun auch ausgewählte Outtakes veröffentlicht, und zwar hier in diesem Blog und in Form der Interviews, wie Ulrich und ich sie tatsächlich geführt haben, und mit möglichst wenigen redaktionellen Änderungen …

 

 

 

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